Mittelohrchirurgie

Bei chronischen Mittelohrerkrankungen (z.B. Loch im Trommelfell oder chronische Mittelohreiterung) kann mit Medikamenten meist nur zeitweise eine Verbesserung erzielt werden. Oft sind diese Erkrankungen verbunden mit einer chronischen Sekretion aus dem Ohr. Insbesondere übel riechendes Sekret sollte als Warnsymptom verstanden werden, denn dann kann sich hinter dem Ohr eine so genannte Knocheneiterung (Cholesteatom) befinden. Diese kann zur Zerstörung des umliegenden Gewebes, insbesondere der Gehörknöchelchen, des Gleichgewichtorgans, des Innenohrs sowie zur Schädigung des Gesichtsnerven und des Hirns führen. Manchmal liegt bei einer chronischen Ohrenentzündung aber auch nur ein in der Mitte des Trommelfells gelegener Defekt vor. Die einzig zielführende Therapie ist hier die mikroskopische Ohroperation.

Ziel einer Ohroperation ist es, den krankhaften Prozess im Mittelohr zu beseitigen. Hat dieser zu einer Zerstörung der Gehörknöchelchenkette geführt, ist die Wiederherstellung der Gehörknöchelchen erforderlich. Dies erfolgt mittels kleiner Mittelohrprothesen. In unserer Praxis werden Prothesen, die aus Titan gefertigt sind, verwendet.
Der besondere Vorteil dieser Titan-Mikroprothesen ist, dass sie mit einem Gewicht von 4 mg extrem leicht sind. Außerdem ist Titan ein Material, das sehr gute Biokompatibilitätseigenschaften aufweist und sehr steif ist.

Insgesamt sind die Eigenschaften geeignet, eine gute Schallübertragung zu gewährleisten. Dabei wird die Titan-Prothese entweder auf den beweglichen Steigbügel oder auf die bewegliche Fußplatte gestellt. Auf den Kopf der Prothese wird ein kleines Stückchen Knorpel gestellt, welches dann die Abdeckung zum Trommelfell wieder herstellt.
Danach wird eine Tamponade eingeführt. Diese verbleibt für drei Wochen im Gehörgang und wird dann entfernt.


© 2015 HNO Dr. Peter Stapper
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